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Friedrich von Hayek, die wirkungsmächtigste Person im Neoliberalismus, hat insbesondere in seiner Theorie des „Wettbewerbs als Entdeckungsprozess“ eine Utopie formuliert, deren Besonderheit darin besteht, dass sie versucht, jeder anderen Utopie – gleich welcher Richtung – ihre Berechtigung zu entziehen. Denn hier wird „dem Markt“ bzw. „der erweiterten Ordnung“ eine Übervernunft zugeschrieben, die von keinem menschlichen Wesen kognitiv zu bewältigen ist. Hayek landet folgerichtig bei dem Bild, „den Markt“ wie einen Gott anzusehen und ihm gottgleiche Attribute zu verleihen.
2016
Level: mittel
Die neoliberale Utopie als Ende aller Utopien
Der Aufsatz diskutiert die Berechtigung von wirtschaftlichem Wachstum als wichtigstes gesellschaftliches Ziel der Gegenwart, seine Genese in der Theoriegeschichte seit dem 2. Weltkrieg und welche Wirkungen von diesem Konzept auf das ökonomische Denken ausgegangen sind. Es wird argumentiert, dass es einer neuen ökonomischen Bildung bedarf, die ein Verständnis für reale Zusammenhänge und ein Wissen um konkrete Dinge fördert, die unmittelbar an Fragestellungen des Lebens orientiert sind.
2016
Level: mittel
Wirtschaftswachstum und Bildungswiderstand: Von der Freiheit und Unfreiheit des ökonomischen Denkens
Geldökonomien vermitteln nicht einfach Wirtschaftssubjekte; sie führen zu einer charakteristischen Trennung zwischen Arbeitenden und Konsumenten. Während die klassische Ökonomie die Arbeit in den Mittelpunkt rückte, sollen nach neoklassischer Lehre die Konsumenten durch ihre Präferenzen die gesamte Ökonomie über die Preise steuern. Diese Denkfigur wird nachfolgend in ihrer ideologischen Funktion dechiffriert. Die Reduktion der meisten Menschen auf die Rolle passiver Konsumenten, die andererseits beim Gelderwerb dem Diktat des Eigentums als Arbeitskraft subsumiert sind, prägt sowohl die Struktur der modernen kapitalistischen Gesellschaften wie die Psyche der Menschen. Die Dualität von Tätig-Sein und Güter-Haben entpuppt sich als spezifische Herrschaftsform.
2014
Level: mittel
Vom Tätig-Sein und Güter-Haben
Wie selbstverständlich geht die heutige ökonomische Standardlehre davon aus, dass sie Studierenden eine feste und unveränderliche Sicht auf die Welt vermitteln kann. Doch woher kommt diese Annahme? Walter Lippmann, einer der Begründer des Neoliberalismus, gibt hierauf einen ersten Hinweis: Wirtschaftswissenschaft soll in der Lage sein, Bilder in Köpfen von Menschen zu verankern, die allem Denken und Handeln unbewusst zugrunde liegen, selbst aber nicht schöpferisch veränderbar sind. Anhand dreier Stationen – ausgesuchten Textpassagen von Adam Smith, John Stuart Mill und Léon Walras – zeigt der Beitrag, wie die Wirtschaftswissenschaft hierfür das Denken umformen musste: hin zu einem rein erfahrungsunabhängigen Denken, das seine Inspiration nicht aus der Begegnung mit der Wirklichkeit, sondern allein aus der reinen Mathematik und Mechanik übernimmt. Zugleich zeigt die philosophische Auseinandersetzung mit der Geschichte dieser Wissenschaft, dass diese Umformung selbst weder zwangsläufig noch alternativlos ist. Auch in der Ökonomie lässt sich die schöpferische Kraft des Denkens zurückgewinnen.
2016
Level: mittel
„Gefangene der Bilder in unseren Köpfen“ - Die Macht abstrakten ökonomischen Denkens
Adam Smith, der Begründer der Nationalökonomie, hat in der ‚Theory of Moral Sentiments‘ – basierend auf Ideen von David Hume - das Bild einer moralischen Person entworfen. Diese gewinnt ihre Moralität dadurch, dass sie andauernd Imaginationen über andere und über sich selbst unternimmt. Dieses Menschenbild weist viele Implikationen für die Wirtschaftstheorie auf. Es geriet in der Folgezeit in der Ökonomie rasch in Vergessenheit. Von Smith ausgehend kann die Geschichte der ökonomischen Theorien als Verlust von Bildlichkeit und der Bedeutung von Imaginationen für wirtschaftliches Handeln verstanden werden. Dies wird in einem knappen Überblick über einige Aspekte der Theoriegeschichte geschildert.
2016
Level: mittel
Imaginative Grundlagen bei Adam Smith: Aspekte von Bildlichkeit und ihrem Verlust in der Geschichte der Ökonomie
Im Folgenden wird untersucht welche Antworten die Wirtschaftswissenschaften auf die Frage geben, welchen Einfluss das Geld in der Gegenwart auf unser Denken und Handeln ausübt. Dabei wird deutlich, dass der Mainstream der Wirtschaftswissenschaften das Geld als einen Denkzwang stets voraussetzt und so Menschen nicht  befähigen kann, diese Denklogik zu überwinden.  Schlussfolgernd werden u.a. mit Rekurs auf ausgewählte Philosophien Erkenntniswege aufgespürt, um die in den Wirtschaftswissenschaften implizierten Bewusstseinsformen systematisch zu vertiefen und ihre Grenzen aufzusprengen.
2016
Level: mittel
Geld als Denkzwang? Auswege aus dem Gefängnis der Ökonomie
Dieser Beitrag zeigt auf Basis einer Diskurs- und Metaphernanalyse des öffentlichen Diskurses von ÖkonomInnen zur Finanzkrise, dass hier Krankheitsmetaphern eine zentrale Bedeutung zukommen. Die Metapher der Krankheit impliziert die Vorstellung eines gesunden Normalzustandes der Wirtschaft, der als erstrebenswert bzw. wiederherstellenswürdig erscheint. Die Suggestion, dass die Krise von außen verursacht (eine “Infektion”) sei, ist eine spezifische Interpretation der Krise, die grundsätzlichen Zweifel am bestehenden (Finanz-)Kapitalismus kategorisch ausschließt. Krankheitsmetaphern können vielmehr als implizite politische Forderung interpretiert werden, wirksame Korrekturmaßnahmen zu suchen, um diese Störungen oder Infektionen rasch los zu werden bzw. heilen zu können, um dann schnell wieder zum "Normalzustand" funktionierender Marktmechanismen zurückkehren zu können.
2016
Level: mittel
Wie krank ist unser Wirtschaftssystem? Krisen als Krankheiten im ökonomischen Diskurs
Die Statistik war in ihren Anfängen „Staatszustandswissenschaft“, Fürsten erfassten darin in der Kammer ihr jeweiliges Territorium. Durch die Bevölkerungswissenschaft wandelte sie sich schrittweise zu einer formal-mathematischen Theorie. Parallel dazu setzte sich die Geldökonomie immer mehr als herrschende Form durch und transformierte auch die Vorstellung von den handelnden Subjekten. Durch das Prinzip, nur jeweils Durchschnitte zu erfassen, wurde vor allem in der schottischen Tradition des Liberalismus aus der Ökonomik als „moral science“ eine naturalistische Theorie autonomer Marktprozesse. Die Selbstwahrnehmung der Wirtschaft in Statistik und Ökonomik dient – ungeachtet ihrer vermeintlich neutralen, äußerlichen und formal-mathematischen Struktur – vorwiegend den Interessen einer herrschenden Elite.
2017
Level: mittel
Die Selbstwahrnehmung der Wirtschaft: Entstehung und Wandel von Statistik und Ökonomik als Theorie für Eliten
Aufbauend auf neueren und älteren Forschungsergebnissen zum Einfluss von ÖkonomInnen auf politische Entscheidungsprozesse und mediale wirtschaftspolitische Debatten wird in diesem Beitrag ein eklatantes polit-ökonomisches Machtungleichgewicht unter einflussreichen ökonomischen ExpertInnen aufgezeigt: Es kann vor allem in Deutschland eine starke Dominanz von neo- bzw. ordoliberalen Interessenskoalitionen bzw. –netzwerken gegenüber alternativen, keynesianischen oder gewerkschaftsnahen Netzwerken konstatiert werden, wohingegen in Österreich durch eine noch stärkere Bedeutung korporatistischer Strukturen dieses Ungleichgewicht zumindest schwächer ausgeprägt ist.
2018
Level: mittel
Ökonomische Expertise und politökonomische Machtstrukturen
This blogpost discusses the bias the Economics discipline has towards Africa. It points out how important conferences on issues regarding Africa take place in Western countries at the expense of those based in Africa.
2015
Level: leicht
Economics has an Africa Problem
Dieses Seminar untersucht wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformationen im Kontext der Klimakrise aussehen können und was diese gegenwärtig behindert.
2020
Level: leicht
Transformative Ökonomie
Looking for a pithy introduction into John Maynard Keynes's economic thinking? This BBC radio programme may be it.
2018
Level: leicht
Keynesianism: The Story Behind This Key Economic Theory
War Ökonomik schon immer so wie sie jetzt ist? Und wenn nein, wie dann?
2021
Level: leicht
Economics and Beyond - das alles und noch viel mehr - Plurale Volkswirtschaftliche Ideengeschichte
This lecture was held in the context of the a two day conference called Which pluralism for thinking about how to achieve a more sustainable and resilient economy The practices institutions and system logics of today s economy are not suitable for appropriately addressing fundamental human needs The climate crisis …
2021
Level: leicht
Real Economic Analysis - A Theoretical and Empirical Alternative to Economic Orthodoxy
Yao Graham, coordinator of Third World Network- Africa, reflects on lessons learned from past Economic Partnership Agreements (EPAs), specifically as they relate to the Post-Cotonou Agreement.
2020
Level: leicht
Lessons From Economic Partnership Agreements to the Post- Cotonou Framework
The article reviews the effects that the War in Ukraine will have for the global economy.
2022
Level: leicht
The Ukraine War's Multifaceted Economic Fallout
Für die Spieltheorie bedeutet eine kritische Masse, dass nicht die gesamte Gruppe von einer Strategie überzeugt werden muss, sondern dass es ausreicht, eine bestimmte Anzahl von Teilnehmern von dieser Strategie zu überzeugen. Ist dieser Schwellenwert überschritten, die kritische Masse erreicht, wird sich diese Strategie selbsttragend durchsetzen.
2021
Level: leicht
Kritische Masse
This lecture course, which will be taught in English, will deal with gender issues in developing countries. After providing an overview of the gender differences in various aspects of welfare and economic life, the course will then tackle a number of specific issues.
Level: mittel
Gender and Development
Jason Collins explains how his evolutionary approach to decision making relates to other approaches of behaviour This piece therefore not only serves as a good introduction to this evolutionary approach but also serves as a great introduction to these other approaches of behaviour namely neoclassical perfect rationality which involves mainly …
2015
Level: leicht
Please, not another bias! An evolutionary take on behavioural economics.
Lean Logic is the late David Fleming’s masterpiece, the product of more than thirty years’ work and a testament to the creative brilliance of one of Britain’s most important intellectuals. A dictionary unlike any other, it leads readers through Fleming’s stimulating exploration of fields as diverse as culture, history, science, art, logic, ethics, myth, economics, and anthropology, being made up of four hundred and four engaging essay-entries covering topics such as Boredom, Community, Debt, Growth, Harmless Lunatics, Land, Lean Thinking, Nanotechnology, Play, Religion, Spirit, Trust, and Utopia. The threads running through every entry are Fleming’s deft and original analysis of how our present market-based economy is destroying the very foundations—ecological, economic, and cultural— on which it depends, and his core focus: a compelling, grounded vision for a cohesive society that might weather the consequences
2020
Level: leicht
Lean Logic: A Dictionary for the Future and How to Survive It
Jo Michell discusses some key implications of climate change regarding the standard policy prescriptions of Post-Keynesian economics, particularly relating to the possible necessity of consumption constraints and the presence of recurrent inflation.
2022
Level: leicht
Macroeconomic Policy Coordination: A New Approach for the End of Abundance
ReBalance ist eine Website des Forum New Economy und beschäftigt sich mit ungleicher Vermögensverteilung. Mit einem interaktiven Vermögens-Simulator kann der Effekt von verschiedenen politischen Maßnahmen auf die Vermögensungleichheit in Deutschland verglichen werden.
2023
Level: leicht
ReBalance
Islamic finance's phenomenal growth owes to the Shariah compliant nature of its financial instruments. Shariah forbids the charging of interest (Riba) and instead promulgates risk-sharing and trade-based modes of financing. The Islamic financial industry has been subject to both critique and admiration. Critics argue that Islamic instruments (bearing debt-based structures) differ from their conventional counterparts only in legal lexicon and not in economic impact.
2018
Level: mittel
Rethinking Islamic Finance
"Stabilise, liberalise and privatise" has, since the debt crisis of the early 1980s, been the mantra chanted at developing countries by international financial institutions, donor countries and newspaper columnists with quasi-religious conviction.
2007
Level: mittel
The Resistible Rise of Market Fundamentalism
Some economic events are so major and unsettling that they “change everything.” Such is the case with the financial crisis that started in the summer of 2007 and is still a drag on the world economy. Yet enough time has now elapsed for economists to consider questions that run deeper than the usual focus on the immediate causes and consequences of the crisis.
2013
Level: mittel
Rethinking the Financial Crisis
The 2007-2010 economic crisis has profoundly shaken the foundations of mainstream financial economics. The apparent falsification of core concepts such as risk diversification, informational efficiency and valuation efficiency by an unexpected course of events has revealed the need to redefine the objectives and direction of research today.
2010
Level: mittel
After the Crisis
Mainstream economic theory has been increasingly questioned following the recent global financial crisis. Marc Lavoie shows how post-Keynesian theory can function as a coherent substitute by focusing on realistic assumptions and integrating the financial and real sides of the economy.
2015
Level: mittel
Post-Keynesian Economics
This book contends that post Keynesian economics has its own methodological and didactic basis, and its realistic analysis is much-needed in the current economic and financial crisis.
2013
Level: leicht
Teaching Post Keynesian Economics
Die »New International Economic Order« (NIEO) war der erste alternative Globalisierungsentwurf: ein Projekt zur Überwindung kolonialer Wirtschaftsstrukturen zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden. Die Beiträger*innen fragen angesichts globaler Armut, der Klimakatastrophe, zunehmender internationaler Konflikte und der Krise des Kapitalismus nach der heutigen Relevanz der NIEO – und zeigen die Dringlichkeit einer radikalen Transformation der Weltwirtschaft auf.
2023
Level: leicht
Eine gerechte Weltwirtschaftsordnung?
The Elgar Companion to Neo-Schumpeterian Economics surveys the achievements of the most visible scholars in this area. The contributions to the Companion give both a brief survey on the various fields of neo-Schumpeterian economics as well as insights into recent research at the scientific frontiers.
2007
Level: mittel
Elgar Companion to Neo-Schumpeterian Economics
Examine what would happen if we were to deploy blockchain technology at the sovereign level and use it to create a decentralized cashless economy. This book explains how finance and economics work today, and how the convergence of various technologies related to the financial sector can help us find solutions to problems, such as excessive debt creation, banks getting too big to fail, and shadow banking.
2017
Level: mittel
The Blockchain Alternative
By focusing on the human side as well as the intellectual dimensions of how economists work and think, this collection of interviews with top economists of the 20th century becomes a startling and lively introduction to the modern world of macroeconomics.
2006
Level: mittel
Inside the Economist's Mind

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