Transformative Ökonomie

Florian Rommel
Leuphana Universität & Cusanus Hochschule, 2020
Level: leicht
Perspektiven: Institutionalist Economics, Ecological Economics
Thema: Krise, Makroökonomik, Kritik am Mainstream, Ressourcen, Umwelt & Klima, social ecological transformation, Soziale Bewegungen & Transformation
Format: Kursbeschreibung/Syllabus

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Transformative Ökonomie

Dieser Syllabus wurde im Wintersemester 2020 an der Leuphana Universität und der Cusanus Hochschule gelehrt.

Florian Rommel


Kurszusammenfassung

Dieses Seminar erkundet wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformationen im Kontext der Klimakrise aussehen können und was diese gegenwärtig behindert. 

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen hat in seinem Gutachten (WBGU 2011) die Notwendigkeit einer „großen Transformation“ hin zu einer sozial-ökologischen Gesellschaft gefordert. Implikationen für die Wirtschaftswissenschaften haben Uwe Schneidewind et al. (2016) aufgezeigt. Dieses Seminar soll diesen Ansatz kritisch würdigen mit Blick auf die darin enthaltenen Werte und Vorstellungen von Wissenschaft. In der Weiterentwicklung dieser Perspektive soll zudem betrachtet werden, was eine Transformation gegenwärtig behindert und welche institutionellen Gestaltungsperspektiven sich eröffnen. Dafür teilt sich das Seminar in zwei Blöcke, die zwei gegenläufige Perspektiven ermöglichen. Im ersten Block geht es  darum Institutionen in ihrem Werden und ihrer Wirkung auf uns nachzuspüren. Vor allem aber auch darum, institutionalisiertes Wissen und sedimentierte Ideen erkennen zu lernen. Als historischer Bezug dienen hier Karl Polanyi und einige Thesen zur Ökonomisierung, insbesondere zur Wirkung ökonomischer Theorie (Performativität der Ökonomik).Von der Frage bei Polanyi, wie retrospektiv gesellschaftliche Umformung beschrieben werden kann, verlagert sich die Perspektive auf eine mögliche Steuerung, Gestaltung und Transformierbarkeit von Gesellschaft auf existenzieller, institutioneller und wissenschaftlicher Ebene. Im zweiten Block  wird die Wirtschaftswissenschaft selbst Beispiel eines institutionellen Gefüges, welches in seinem Status Quo analysiert werden soll. Konkret wird es darum gehen, auf verschiedenen Ebenen Stilelemente offenzulegen und diese dadurch in einen Gestaltungsdialog zu heben. Das Konzept der transformativen Wirtschaftswissenschaft wird uns dabei als Kontrastfolie dienen.

Block 1  

Themen 

  • Die große Transformation Damals und heute
  • Performativität der Ökonomik
  • Existenzielle und Wissenschaftliche Revolutionen
  • Gespräch: Pluralismus als Stilfrage?
  • Konkrete Gestaltungskontexte

Literatur zu Block I

Zur Großen Transformation

  • Polanyi, K (Fragment) The Great Transformation (S.39-43)
  • Schneidewind, U., & Pfriem, R. (2016). Für einen neuen Vertrag zwischen Wirtschaftswissenschaft und Gesellschaft. Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Ökologisches Wirtschaften, 2(31), 30-34.Transformative Wirtschaftswissenschaft Schneidewind, Pfriem et al. (2016)

Zur Wirkung ökonomischen Wissens

  •  Lazear, E. P. (2000). Economic imperialism. The Quarterly Journal of Economics, 115 (1), 99-146.
  •  Ötsch, W.O. (2019) Mythos Markt. Mythos Neoklassik. Das Elend des Marktfundamentalismus. Metropolis. Marburg. Kapitel 1, S.22 f. 

Zur anthropologischen Dimension

  • Wulf, C., 1999. Mimesis in Gesten und Ritualen, in: Schäfer, A., Wimmer, M. (Eds.), Identifikation und Repräsentation, Grenzüberschreitungen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, pp. 255–278. https://doi.org/10.1007/978-3-663-10323-3_12
  • Hampe, M. (2009). Existenzielle und wissenschaftliche Revolutionen Zur Differenz von Wissen und Nicht-Wissen. In Nicht-Wissen (Vol. 5, pp. 51-68). Diaphanes.

Block 2 

Themen: 

  • Plurale und Transformative Ökonomik also?
  • Status Quo der VWL
  • Soziale Reproduktion von Wissenschaft
  • Kriterien sinnvoller Reproduktion
  • Konkrete Mechanismen und Ansatzpunkte

Literatur zu Block II

Zum Status Quo der VWL

  • Urban, J und Rommel, F (2020 – in Erscheinung) German Economics – Its current Form and Content

Wege des Pluralismus

  •  Thieme, S. (2018). Spiethoff’s Economic Styles: a Pluralistic Approach?. Economic Thought, 7(1), 1-23.
  • Beckenbach, F., 2019. Paradigmadominanz in der modernen Ökonomik und die Notwendigkeit eines kompetitiven Pluralismus, in: Perspektiven Einer Pluralen Ökonomik. Springer, pp. 3–24.

Zur strategischen Dimension

  • Bettin, S., Glötzl, F., & Theine, H. (2019). Strategische Perspektiven für die Zukunft des Pluralismus. In Perspektiven einer pluralen Ökonomik (pp. 259-279). Springer VS, Wiesbaden.
  • Rommel, F., Barth, J., 2017. Auf dem Weg zu einer transformativen Wirtschaftswissenschaft Kommunikations-und Institutionalisierungsstrategien für ein neues Wissenschaftsverständnis, in: Transformative Wirtschaftswissenschaft Im Kontext Nachhaltiger Entwicklung. Metropolis, Marburg.

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