tl;dr #59 Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals

Dieses Video wird von YouTube gehostet und erst nach Einwilligung geladen.

Einwilligen und Video laden Auf YouTube ansehen

Rosa Luxemburg Stiftung , 2026
Level: leicht
Perspektiven: Marxistische Politische Ökonomik, Diverse
Thema: Kapitalismuskritik, Makroökonomik
Format: Podcast
Dauer: 01:08:00
Link: https://www.youtube.com/watch?v=nBrjswYrYSU
Ihr ökonomisches Hauptwerk „Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ verfasste Rosa Luxemburg im Jahr 1913 innerhalb von nur vier Monaten. Darin knüpft sie an Karl Marx‘ Theorie der ursprünglichen Akkumulation an, deutet diese jedoch grundlegend anders: Nicht als abgeschlossenes Frühstadium des Kapitalismus, sondern als sein dauerhaftes Strukturmerkmal. Weil sich das Kapitalverhältnis nicht aus sich selbst heraus reproduzieren könne, unterliege es einem ständigen Expansionszwang. Das Kapital sei daher auf ein „nicht-kapitalistisches Außen“ angewiesen, das es sich aneignen und ausbeuten kann, um Mehrwert zu produzieren. Kolonialismus und Imperialismus erscheinen bei Luxemburg somit nicht nur als politische Machtkonstellationen, sondern als ökonomische Notwendigkeit, die sie aus dem Expansionszwang des Kapitalismus ableitet. Das europäische Kapital müsse sich auf außereuropäische, nicht-kapitalistische Gebiete ausdehnen, um neue Märkte zu erschließen und diese in den kapitalistischen Wirtschaftskreislauf zu integrieren. Dabei komme dem Militarismus eine zentrale ökonomische Funktion zu: einerseits als Rüstungsindustrie und Absatzmarkt, andererseits als Mittel zur gewaltvollen Erschließung nicht-kapitalistischer Gebiete und Produktivkräfte. Doch was passiert, wenn sich das Modell der Expansion irgendwann erschöpft; wenn alle gesellschaftlichen Sphären durchdrungen sind und keine Arbeitskraft, keine Natur, keine Ressourcen mehr außerhalb des kapitalistischen Weltmarkts existieren, die dem Kreislauf des Kapitals noch unterworfen werden können? Mit dem Soziologen Klaus Dörre diskutiert Alex Demirović die historische wie aktuelle Relevanz von Luxemburgs Beitrag zur Theorie der Ausdehnung der kapitalistischen Ökonomie durch den Imperialismus.

Gehe zu: tl;dr #59 Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals

This material has been suggested and edited by:

Spenden

Um sich weiterhin für Pluralismus und Vielfalt in der Ökonomik einzusetzen, benötigt das Netzwerk Plurale Ökonomik e.V. Unterstützung von Leuten wie dir. Deshalb freuen wir uns sehr über eine einmalige oder dauerhafte Spende.

Spenden