Trumps Rohstoffkriege

Trumps Rohstoffkriege

Das Foto zeigt einen MH-60S Sea Hawk Hubschrauber der Helicopter Sea Combat Squadron (HSC) 28 bei der Landung auf dem Mehrzweck-Amphibienangriffsschiff USS Wasp (LHD 1) am 12. Dezember 2009 im Karibischen Meer.; Foto: © IMAGO / ZUMA Press Wire

David McNally
Zeitschrift LuXemburg, 2026
Niveau: avancé
Perspectives: Économie écologique, épistémologies du sud, Économie politique marxiste, Autre, Économie post-keynésienne
Sujet: Crises, Critique du capitalisme, Mondialisation & relations économiques internationales, Institutions, gouvernements & politiques, Macroéconomie, Ressources, environment & climat, Mouvements sociaux & transformation
Format: Blog & Press
Lien: https://zeitschrift-luxemburg.de/artikel/trumps-rohstoffkriege/

In seinem Artikel analysiert David McNally die US-Außenpolitik unter Donald Trump als eine strategische Eskalation im globalen Kampf um Ressourcen, die primär auf die Schwächung Chinas abzielt. Der Autor argumentiert, dass die Aggressionen gegen den Iran und Venezuela – beides zentrale Erdölexporteure mit engen ökonomischen Bindungen an Peking – nicht der US-Energieunabhängigkeit dienen, da die USA faktisch autark seien. Vielmehr gehe es darum, die energetische Achillesferse des chinesischen Rivalen zu treffen. Während China massiv in die Infrastruktur und Kreditierung dieser Länder investiert hat, demonstriere Washington durch Sanktionen und militärische Drohgebärden seine Macht, die globalen Versorgungslinien Pekings jederzeit unterbrechen zu können. McNally bettet diese Entwicklungen in eine Phase verschärften imperialen Wettstreits ein, in der geopolitische Instabilität und Handelskonflikte instrumentalisiert werden, um die hegemoniale Stellung der USA gegen den Aufstieg Chinas zu verteidigen.


Kommentar von unseren Editor*innen:

McNally liefert eine scharfsinnige marxistische Analyse, die den Fokus weg von ideologischen Vorwänden (wie Demokratieförderung) hin zu den harten materiellen Grundlagen der Geopolitik lenkt. Besonders bestechend ist die Herleitung, dass die Angriffe auf vermeintliche „Schurkenstaaten“ eigentlich Stellvertreterkriege gegen die ökonomische Expansion Chinas sind. Der Text verdeutlicht eindringlich den Bruch mit dem neoliberalen Globalismus zugunsten eines rohen, nationalistischen Ressourcen-Imperialismus. Kritisch anzumerken bleibt jedoch, dass die beschriebene Strategie – wie der Autor selbst andeutet – eher destruktiv als konstruktiv wirkt: Anstatt einen stabilen imperialen Block zu formen, riskiert Trump eine unkontrollierte Eskalation, die auch die globale Kapitalakkumulation gefährdet. McNallys Einordnung ist ein notwendiger Weckruf, der die gefährliche Logik des „Kapitalozäns“ offenlegt, in der ökologische und ökonomische Krisen untrennbar mit militarisierten Rohstoffkonflikten verschmelzen, ohne jedoch eine langfristig tragfähige Perspektive für die US-Hegemonie zu bieten.

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Schlagwörter: capitalism | China | empire | hegemony | imperialism | usa

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