Chinas gelenkte Marktwirtschaft – Hintergründe eines Booms

Chinas gelenkte Marktwirtschaft

Copyright Promedia Verlag 

Rainer Land
Promedia Verlag, 2025
Niveau: avancé
Perspektive: Komplexitätsökonomik, Evolutionsökonomik, Marxistische Politische Ökonomik
Thema: Kapitalismuskritik, Innovation & Technologie, Makroökonomik
Seitenzahl: 240 Seiten
ISBN: 9783853715451

Klappentext

Für die westlichen Gesellschaften stellt der Aufstieg Chinas eine gewaltige Herausforderung dar. Doch wie kam es zu diesem Boom, der aus einem sozialistischen Land innerhalb von drei Jahrzehnten eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt machte? Der deutsche Ökonom Rainer Land analysiert die Entwicklung Chinas von der Planwirtschaft zur gelenkten Marktwirtschaft und zeigt, warum dieses Modell so erfolgreich sein konnte. Zunächst beleuchtet der Autor die ökonomisch-theoretischen Hintergründe. Auf der Basis der "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" des österreichischen Nationalökonomen Joseph Schumpeter entwickelt er das Konzept einer gelenkten Marktwirtschaft, wie es aktuell in China zu beobachten ist. Es beruht auf einer innovationsbasierten Entwicklung im Zusammenwirken von Unternehmen, Finanzsystem und staatlich-gesellschaftlichen Akteuren. Dies bedingt einen ständig neu herzustellenden Grundkonsens in der Gesellschaft, der alle tragenden gesellschaftlichen Gruppen umfasst. Der Prozess schließt Kreditlenkung, Infrastrukturpolitik und Innovationsstrategien mit ein. Auf dieser Grundlage analysiert Land die Etappen der chinesischen Entwicklung von der sozialistischen Planwirtschaft (1949 bis 1978) zur Marktwirtschaft (1978 bis Mitte der 2000er-Jahre) und weiter zu einer gelenkten Marktwirtschaft. 2007 wurde ein Pfadwechsel eingeleitet und das Entwicklungsparadigma von extensiver nachholender Entwicklung auf eigene, auf den Binnenmarkt orientierte Innovationen umgestellt.

Zusammenfassung

Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung erklärt Chinas ökonomischen Aufstieg. Entwicklung entsteht durch die Generierung, Kombination, Verbreitung und Selektion von Innovationen. Dafür ist das Zusammenwirken von Inventionen (Neuerungen) und Finanzsystem entscheidend. Innovationen setzen geldschöpfungsfinaniertte Kredite voraus, mit denen Inventionen realisiert, verbreitet und selektiert werden. Die chinesiche Volkswirtschaft hat nach ener Phase des Aufbaus einer Marktwirtschaft (1979 bis etwa 2007) eine innovationsbasierte Entwicklung generiert, die über das Finanzsystem und Infrastrukturinvestitionen gelenkt wird. Das begann mit der Vorberietung und Umsetzung des Programms "Made in China 2025". Voraussetzung der gelenkten Marktwirtschaft sind geteilte Ziele auf der Basis einer Grundkonsens aller für die wirtschaftliche Entwicklung relevanten sozialen Gruppen.

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